Grundstücksgrenzen und Geoportal

Unser Grundstück liegt in einer sog. Baulücke, d.h. es ist kein Neubaugebiet, sondern wir bauen in einer bestehenden Umgebung. Links und rechts stehen bereits Häuser. So etwas ensteht meistens wenn Grundstücke geteilt werden oder brachliegen.

Der Verkäufer unseres Grundstücks war leider nicht vor Ort um uns die Grenzpunkte zu zeigen, entsprechend haben wir uns das Grundstück (mit ausdrücklicher Erlaubnis) selbst angeschaut und die Grenzpunkte gesucht. Das war leider schwieriger als wir uns das vorgestellt haben.

Es gibt viele verschiedene Arten von Grenzsteinen, in unserem Fall z.B. Zaunpfähle oder rostige Eisenrohre, die dort zu DDR Zeiten eingeschlagen wurden.

Die erste sehr hilfreiche Anlaufstelle war das Geoportal der Gemeinde. Die meisten Städte und Gemeinden stellen dies kostenlos online zur Verfügung auch wenn die Informationen begrenzt sind.

Screenshot Geoportal Toolbar & Navigation

Die Bedienung ist etwas umständlich. Auf der linken Seite könnt ihr verschiedene Overlays einblenden, die wie digitale Folien funktionieren. Besonders interessant um Grundstücksgrenzen nachvollziehen zu können ist die Liegenschaftskarte. Es gibt meistens sogar Luftbilder (andere als bei Google Maps). Sucht nun euer Grundstück heraus und zoomt rein:

Screenshot Liegenschaftskarte

Ich habe die Flurstücknummern hier mal entfernt. Die von mir gelb markierten Stellen sind die Grenzpunkte. Ein Kreis bedeutet, dass hier ein Grenzstein, -rohr, o.ä. platziert wurde. Ein Punkt bedeutet, dass der Grenzpunkt nicht markiert ist. In der Toolbar sind verschiedene Werkzeuge um z.B. Entfernungen oder Flächen zu messen. In unserem Fall war auch das leider nicht genug, um die Grenzen zweifelsfrei nachvollziehen zu können, insbesondere weil wir das mit den Eisenrohren noch nicht wussten.

Klarheit hat uns dann aber das Katasteramt gebracht. Das Katasteramt verwaltet die Karten für seinen Landkreis und weiß genau wo die Grenzen liegen. Dort sind wir einfach vorbeigefahren und haben uns gegen eine kleine Gebühr einen sog. Fortführungsriss kopieren lassen. Dort sind die Grenzpunkte genau benannt, eben “Eisenrohr” oder “Grenzstein”. Mit diesem Dokument, der Liegenschaftskarte und einem 60-Meter-Bandmaß konnten wir dann fast alle Grenzpunkte finden.

Grundstück mit Bandmaß

Bei uns kommen vier Flurstücke zusammen, was in zehn Grenzpunkten resultiert. Wir haben dann zwischen den Punkten eine Maurerschnur gespannt um uns das Ganze etwas bildlicher vorstellen zu können.

Grundstück mit Maurerschnur

Bei der Katasterbehörde kann man bei begründetem Bedarf (man möchte z.B. das Grundstück kaufen) sich auch die Eigentümer der Nachbarflurstücke ausdrucken lassen. Man bekommt dann die Postanschrift des Besitzers. Das Dokument heißt “Auszug aus dem Liegenschaftskataster.” Eine Gebühr fällt pro Flurstück an. Die Eigentümeranfrage ist besonders interessant wenn die Flurstücke aktuell nicht bewohnt sind um sich z.B. wegen Zaunbau abstimmen zu können.

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